Siebzehnjähriger gewinnt Segelmarathon

Als Johannes Damey (KYCK) am Samstag um 18 Uhr 10 unter dem Applaus der SeglerInnen vor dem KYCK Steg die Ziellinie überquerte waren alle überzeugt: „Wir haben den Sieger der Herzen gesehen“. Der Applaus galt dem Schüler auch deshalb, weil er es mit seinem Ilca 7 überhaupt in die Wertung schaffte, zehn Minuten über der Sollzeit aber 50 Minuten unter der Target-Time. Dass Johannes dann aber auch noch als Gesamtsieger gefeiert wurde, gilt doch als kleine Sensation. Das genaue Ergebnis findest Du unter diesem Text. Damey war einer von vier Jollen Seglern, neben Klaus (8.) und Roman Taferner (9.) sowie Rudi Gerzer, die mit ihren Finns die „Vierundzwanzigstundentortour“ auf sich nahmen. Willenskraft, Können und körperliche Belastbarkeit dieser Jollensegler nötigt höchsten Respekt ab. Sechs Jachten komplettierten das Feld dieser Traditionsregatta des KYCK, die viele bemerkenswerte Leistungen zeigte, aber nur einen Sieger, Johannes Damey! Der teilte sich seine Schläge zwischen Klagenfurt und Velden mit viel Risiko, aber eben auch zielführend, ein. 

Johannes legte in 24 Stunden und zehn Minuten 80,5 Kilometer zurück, Yardstick schraubt diesen Wert noch auf 89,4 Kilometer. Das war zu viel für die Gegner. Obwohl: Ernst Maier (UYCWö) und Patrick Olsacher (KYCK) schafften im Starboot 90,5 gesegelte Kilometer, nach Yardstick allerdings fiel das Duo auf rund 85 Kilometer zurück. Die Leistung von Ernst Maier im Star ist nicht hoch genug einzuschätzen, hat ihn doch sein „Teilzeitsteuerberater“ Olsacher zur Mitte des Rennens verlassen (aber nicht gekündigt). Maier erreichte gesamt den dritten Platz. Sein Rückstand auf den Zweiten, Finn-Segler Rudi Gerzer, beträgt rund 3,8 Kilometer. Mit 86 gesegelten Kilometern, der zweitgrößten Distanz des Tages, landeten Michael Gratzer und Stefan Lindner (beide KYCK) auf ihrer UFO am vierten Platz. Michael war als Mitorganisator der Regatta doppelt gefordert, er setzte die Bojen für den fairen – auch in der Nacht identifizierbaren – Kurs. Mit 85,6 Kilometern segelte Arnold Holzmann mit Crew die drittweiteste Distanz dieser 24 Stunden. Platz fünf ist der Lohn. Die Regatta selbst verlief zwischen Minimalwinden, Flaute und gepflegtem Süd-, Südostwind typisch für den Wörthersee. Untypisch war die extreme Hitze, die auf den Bootsdecks wohl am 40er kratzten.

Für eine perfekte Organisation des Events sorgten Gert Steinthaler, Erika Kopr und ihr Team. Für die Crews war die Regatta eine Herausforderung in physischer und seglerischer Hinsicht. Johannes fasste in seinen Dankensworten bemerkenswert selbstbewusst zusammen: „Es ist die wichtigste Regatta des Clubs in diesem Jahr“. Wer dabei war bestätigt das. Mehr Teilnehmer wären verdient gewesen, der Lohn für das Feld? Neben dem seglerischen Tag und Nacht Erlebnis, einem lässigen Seglerabend, auch doppelte Punkte für den Wörthersee-Cup. Punkte die hart verdient sind.